Wie ich (irgendwann) nach Griechenland kam
Die Idee, nach Griechenland auszuwandern, entstand schon in den späten 1980ern. Nach etlichen Urlauben in Griechenland. Vielleicht war es auch eine fixe Idee. Irgendwann an einem Strand: Da war ein Strandrestaurant zu verkaufen. „Das wäre es doch.“ Meine erste Frau war dagegen. Rückblickend vielleicht ganz gut – mit meinem damaligen Alkoholkonsum wäre ich wohl vor allem mein bester Gast geworden.
Jahre später. Ich war in einer Facebook-Single-Gruppe. Hieß glaube ich „Münchner Singles“ oder so. Da gibt es ja immer diese blöden Spiele, die Aktivität in die Bude bringen sollen. Einer stellte die Frage: „Was würdest du dir jetzt am meisten wünschen?“
Das Singledasein hat mich gar nicht so bedrückt. Ich hatte eine Weile vorher Krebs, war insolvent – und die Angst „Ich komme nie wieder nach Griechenland“ hat mich viel mehr getrieben.
Also habe ich geantwortet: „Dass mir irgendein Depp einen Job in Griechenland anbietet.“
Zwei Stunden später postete jemand einen Link zu einer Stellenanzeige für Deutschsprachige in Athen. Sechs Wochen später war ich in Griechenland.
Eigentlich eher ein Fall für so Deppensendungen wie Goodbye Deutschland! Ohne Geld, ohne Vorbereitung, ohne Hemmungen. Vielleicht nicht für jeden der richtige Weg. Für mich? Cool und richtig.
Süß waren auch meine Kinder. Ich musste es ihnen ja sagen – gewissermaßen um Erlaubnis fragen. Sie waren damals 19. Wenn die gesagt hätten „Nö, wir brauchen dich noch eine Weile“, wäre ich wohl nicht gegangen. Ihre Antwort: „Papa, du redest schon so lange davon. Geh!“
Danke, Mäuse. 😉
Daraus wurden dann über vier Jahre Griechenland und drei Jahre Zypern.
Und der Plan? Ich werde mich in ein, zwei Jahren wieder aus Deutschland verpissen. Ganz ohne Facebook-Gruppe diesmal. Hoffe ich.
