Wenn man im 7. Stock auf dem Balkon steht…

… und sich fragt: Spring ich oder spring ich nicht?

Vor allem in der Zeit um meine Insolvenz herum und in den Jahren danach habe ich öfter mal darüber nachgedacht, mir das Leben zu nehmen. Durchaus ernsthaft. Habe überlegt, wie ich es anstelle – und vor allem, wie ich verhindere, dass meine Kinder mich dann auffinden.

Ich bin auch grundsätzlich nicht der Meinung, dass das kein Ausweg sein darf.

Eine Freundin von mir arbeitet als Sterbehelferin in der Schweiz. Im Schnitt begleitet sie zwei Menschen pro Woche auf diesem Weg. Auch junge Menschen. Sie arbeitet für einen Verein und hat mehrere Kollegen, die das Gleiche tun.

Ja, und gerade denke ich darüber nach, wann, wie und warum ich heute nicht mehr darüber nachdenke.

Und so recht fallen mir da keine großen Dinge ein. Es ist kein Wunder geschehen. Keine Erleuchtung.

Es ist eher so etwas wie eine sanfte Zuversicht, die über die Jahre entstanden ist.

Meine Ziele haben sich verändert. Ich mache den Sinn meines Lebens nicht mehr an Erfolg fest. Nicht an beruflichem und auch nicht an privatem „Erfolg“. Wobei man da auch erst mal diskutieren müsste, was Erfolg überhaupt ist … aber dazu habe ich jetzt in diesem Beitrag keine Lust.

Warum geht mir das Thema gerade durch den Kopf?

Ein Mentee schrieb in seiner ersten E-Mail an mich von Suizidgedanken.

Und dann taucht natürlich die Frage auf: Wie gehe ich damit um?

Spreche ich das Thema überhaupt an? Professionell gesehen muss ich das wohl.

Sage ich ihm, dass er zum Psychiater gehen soll? Vielleicht.

Verurteile ich ihn dafür? Nein. Ich kenne das ja selbst.

Ja, ich glaube, das ist auch der Ansatz für mein Gespräch mit ihm in zwei Stunden: Zuversicht.

Woran macht er denn sein Leben fest?

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