Was sind das denn für Dämonen?
Lass mich eins gleich klarstellen: Es gibt keine Dämonen!
Also keine Angst – es geht nicht um Exorzismus oder anderen Blödsinn.
Dämonen sind eine Metapher. Ein Bild, das ich benutze. Andere nutzen ein „inneres Kind“, wieder andere „innere Anteile“ – alles dasselbe: Metaphern.
Wofür stehen sie dann?
Für alles, was dich beherrscht, obwohl du es nicht wirklich willst.
Für den Alkohol, den du trinkst, obwohl er dich kaputtmacht. Für die Zigarette, die du anzündest, obwohl du weißt, was sie mit dir macht. Für die Sexsucht, die dich treibt, oder die Pornos, die du schaust, obwohl du dich danach leer fühlst.
Aber auch für die stilleren Dinge: Die Verzweiflung, die du runterschluckst. Die Wut, die du nicht rauslässt. Die Angst, die dich klein macht. Die Stimme, die dir sagt, dass du nicht gut genug bist.
All das sind Dämonen.
Es kann sogar schädlich sein, wenn einem das nicht klar ist – und man denkt: Da ist irgendwer oder irgendwas in mir.
Warum? Weil es Macht verschieben kann. Früher habe ich das auch gemacht. Ich habe den Alkohol zum Dämon erklärt – und mich selbst zum Opfer. Bis ich merkte: Der Dämon ist nicht der Täter. Ich bin es, der ihn füttert.
Das passiert ähnlich auch bei lebenden Personen – da begegnet es dir öfter im Leben: „Ich bin so und so, weil mein Vater so ein Schwein war.“ Dann kann die Macht für Änderung beim Vater bleiben. Vielleicht ist der aber schon lange tot. Und du kannst im realen Leben nichts ändern, weil es ja dein Vater versaubeutelt hat.
Also: Benutze den Dämon nur, solange du ihn nicht verwechselst mit etwas, das in welcher Form auch immer tatsächlich existiert.
Ich bin der Hausmeister deiner Dämonen.
