Ziellos – und trotzdem angekommen
In einem Kommentar zu einem meiner Beiträge in einer Skool-Community wurde ich gefragt:
„Wusstest du immer, was du machen willst – oder wirst?“
Gute Frage. Die mich nachdenklich gemacht hat.
Bis ich so um die 35 bis 40 war, wusste ich das kaum. Ich war auch sehr ziellos unterwegs – zumindest hatte ich keine langfristigen Ziele oder Vorhaben. Weder beruflich noch privat.
Wenn mir eine Idee gekommen ist – zum Beispiel, den Meister zu machen – habe ich das einfach zügig umgesetzt. Da war ich 25. Dann wollte ich schon irgendwie beruflich weiterkommen, hatte aber keinen konkreten Plan im Sinne von: „In X Jahren bin ich Abteilungsleiter.“ Ich war dann aber gleich nach ein paar Monaten Abteilungsleiter. 😂😂😂
Ähnlich ging es mir beim Wechsel zum Verlag: Ich hatte kurz in einer anderen Druckerei gearbeitet, war dort höchst unzufrieden, sah eine Anzeige und schickte meine Bewerbung ab – ohne so recht zu wissen, worauf ich mich einließ. Einige Jahre später saß ich auf dem Posten des Hauptabteilungsleiters, direkt unter der Geschäftsführung.
Auch im Privatleben war das ähnlich. Ich hatte nie Pläne wie: „Bis 30 will ich soundso viele Kinder haben.“ In einer gewissen Weise – merke ich gerade – war ich dadurch auch ein Stück weit beeinflussbar und fremdbestimmt.
Meine erste Ehe kam eher auf Betreiben meiner Frau und deren Eltern zustande. Meine zweite Ehe – und die Scheidung von meiner ersten Frau – hatte eher damit zu tun, dass meine spätere zweite Frau schwanger war 😬 – nicht damit, dass ich irgendeine Idee von Familienplanung gehabt hätte.
Später habe ich gelernt, dass man sich ja Ziele setzen muss.
Und von da ab ging es bergab.
Ja, nicht sofort. Aber irgendwie war dann die Leichtigkeit weg. Und irgendwie habe ich so nach Methode gesetzte Ziele nie erreicht – nie!
Komisch – macht mich gerade tatsächlich selbst nachdenklich.
Diese verkrampfte Zielesetzerei habe ich mittlerweile eh weitgehend aufgegeben. Einfach aus der Erfahrung, dass dieser Weg für mich nicht funktioniert.
Und ich denke: Ich sollte da tiefer nachdenken – und versuchen, diese Leichtigkeit von früher wiederzufinden.
Aber ich denke, das werde ich mir nicht als Ziel setzen. 😂😂
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