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Was haben wir jetzt eigentlich gemacht? – Case Study

Seit gut zwei Jahren entwickle ich zusammen mit Bodo Deletz und den Secret Angels einige Vorgehensweisen, mit denen man beim Coaching/Mentoring schnelle Ergebnisse bewirken kann.

Eine davon heißt „Realitätsabgleich“.

Ein Realitätsabgleich findet im Grunde am Ende jeder Intervention statt. Du hattest zum Thema XY eine Ansicht, die für dein Leben wenig nützlich ist – die vielleicht sogar vollkommen falsch ist, die du oft schon in der Kindheit gelernt hast und die heute noch dein Verhalten prägt. Richtig oder nützlich ist aber eine ganz andere Ansicht.

Ein bisschen theoretisch – lass mich ein (zugegeben etwas albernes) Beispiel dazu machen:

Du hast als Kind gelernt, dass du nicht alleine über die Straße gehen darfst. Was bis etwa zum Alter von 6 Jahren sehr sinnvoll ist. Angenommen, du würdest das heute noch befolgen, weil man es dir in der Kindheit eingebläut hat – wäre das sinnvoll?

Selbst Blinde dürfen alleine über die Straße gehen, wenn sie es trainiert haben. Du hast es auch trainiert.

Aber bleiben wir mal dabei: Du bist jetzt 36 (oder wie alt auch immer) und bleibst am Straßenrand stehen und heulst nach der Mama.

Jetzt lässt sich das mit verschiedenen Methoden ändern – zum Beispiel mit Affirmationen: Du sagst dir 100 Mal morgens „Ich darf alleine über die Straße gehen“, und irgendwann kapiert es dein Unterbewusstsein und du gehst tatsächlich alleine über die Straße.

Was ist passiert? Die alte Verhaltensweise (nicht nützlich) wurde der Realität angepasst.

Wir machen das nur ohne Umweg – also direkt zum Realitätsabgleich, ohne Affirmationen, NLP oder Verhaltenstherapie.

Als wir damit begonnen haben, brauchten wir ein paar Versuchskaninchen. Also habe ich auf Facebook dazu aufgerufen: „Hey, wir probieren gerade eine Methode – wer hat Lust, das kostenfrei mal auszuprobieren?“

Gemeldet haben sich sieben Probanden (das ist das wissenschaftliche Wort für Versuchskaninchen). Darunter auch eine Bekannte aus Zypern, die unter Höhenangst litt.

Wir hatten uns viel zu erzählen – ich war ja eine Weile vorher von Zypern zurück nach Griechenland gezogen. Haben uns über die Unterschiede zwischen den beiden Ländern ausgetauscht, was mir in Griechenland besser gefällt als in Zypern, und so weiter.

Den Realitätsabgleich habe ich einfach ins Gespräch eingebaut. Sie sollte ein paar Mal auf einer Skala von 0 bis 10 ihre gefühlte Höhenangst bewerten. Am Anfang war das eine glatte 10 – für sehr gefährlich, lebensgefährlich.

Nach gut einer Stunde war es noch eine 2 – was auch durchaus sinnvoll ist, denn man sollte auf einer Treppe oder in den Bergen durchaus ein gesundes Maß an Vorsicht walten lassen.

Daraufhin kam der erstaunte Ausruf:

„Was haben wir jetzt eigentlich gemacht?“

Eine ganze Weile später, ich glaube es war fast ein Jahr nach der Session habe ich sie noch mal kontaktiert. Sie hat keine Höhenangst mehr.


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