Wenn du Glück hast, nutzt es gar nichts.
Von was ist die Rede? Vom Visualisieren.
Du sollst dir deine Ziele vorstellen – und zwar möglichst farbig. Wie du in deiner Villa am Meer lebst, Partys feierst, mit deinem endgeilen Sportwagen zu deiner endgeilen Yacht fährst und dort die tollsten Frauen (respektive Männer) vernaschst. Dann erreichst du dein Ziel von ganz alleine!
Wer genau hat es so geschafft? Elon Musk? Bill Gates? Jeff Bezos?
Es gibt übrigens Studien dazu – 34 randomisierte kontrollierte Studien. Das Ergebnis: Im besten Fall bringt es gar nichts, in den meisten Fällen ist es sogar eher schädlich.
In einer der Studien wurden Studenten gebeten, sich auszumalen, wie sie ihre Prüfung bestanden haben. Die Gruppe der Visualisierer hat signifikant schlechter abgeschnitten als die Kontrollgruppe.
Warum? Sie hatten weniger gelernt. Vermutlich dachte ihr Unterbewusstsein ein Stück weit: Das Ziel ist bereits erreicht.
Wie geht es besser?
Das ist natürlich individuell unterschiedlich. Wer dir erzählt, dass es den einen Königsweg gibt, ist ein Idiot – oder vielleicht nicht ganz. Es gibt schon Wege, die bei vielen funktionieren. Aber das heißt nicht, dass sie auch bei dir funktionieren.
Bei mir funktioniert es eher so, dass ich mir Ziele locker vornehme.
In den letzten zwei, drei Jahren habe ich einiges an Hüftgold hinzugewonnen – nicht nur, weil ich zu viel gefressen habe (das auch), sondern auch wegen einer Schilddrüsenerkrankung.
Im April habe ich mir vorgenommen, innerhalb von zwei Jahren wieder 75 kg zu erreichen – das wären im Schnitt etwa 300 g Abnahme pro Woche. Aber ich habe auch definiert: wenn ich mich dabei wohlfühle, kann ich auch bei 80 oder 85 landen – oder auch länger brauchen…
Ergebnis bis jetzt: 14 Kilo in 17 Wochen abgenommen – weit mehr als doppelt so viel wie vorgenommen.
Wenn ich mir ein großes Ziel gesetzt hätte – 20 kg in vier Wochen – hätte ich nach einer Woche gemerkt, dass ich es nicht schaffe, hätte aufgegeben und mir aus Frust gleich noch zwei Kilo extra angefressen.
Das muss bei dir nicht so sein. Ich weiß halt, wie ich funktioniere.
Deshalb ist es in meinem Mentoring auch so: Wir finden erstmal heraus, was beim jeweiligen Klienten am besten funktioniert. Unabhängig davon, ob es ums Aufhören mit dem Saufen geht oder um die Bewältigung von Ängsten.
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Studien:
• Oettingen & Mayer 2002, *Journal of Personality and Social Psychology*
• Heekerens & Eid 2020, *Journal of Positive Psychology*
• Wang, Wang & Gai 2021, *Frontiers in Psychology*
